Glasfaser-Wüste: Entwicklungsland bei Internet-Geschwindigkeit – Ursachen und Lösungen

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Deutschland kommt beim Glasfaser-Ausbau einfach nicht vom Fleck. Während Schweden längst mehr als 90 Prozent seiner Breitbandanschlüsse mit Glasfaser ausstattet, hängen viele deutsche Haushalte immer noch an alten Kupferleitungen. Diese technologische Rückständigkeit macht Deutschland quasi zum Entwicklungsland bei Internet-Geschwindigkeit – und das, obwohl wir uns als Industrienation verstehen.

Menschen in einer Stadt mit veralteter Internetinfrastruktur, die auf langsame Verbindungen warten.

Sie kennen das bestimmt: Sobald mehrere Leute gleichzeitig streamen oder arbeiten, bricht das Internet ein. Was heute schon nervt, wird morgen noch schlimmer.

Künftige Technologien wie KI-Anwendungen oder hochauflösendes Streaming brauchen Datenmengen, die Kupferkabel einfach nicht mehr liefern können.

Die Ursachen für Deutschlands Internet-Misere gehen bis in die 1980er zurück. Politik, Strukturprobleme und fehlende Investitionen haben eine „Glasfaser-Wüste“ hinterlassen, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen mit sich bringt.

Aber hey, es gibt Auswege – wenn Deutschland endlich mal Gas gibt.

Status quo: Deutschlands Rückstand bei der Internet-Geschwindigkeit

Person schaut frustriert auf Laptop in einer deutschen Stadt mit sichtbarer veralteter Internetinfrastruktur im Hintergrund.

Bei Glasfaser-Abdeckung und Internetgeschwindigkeit hinkt Deutschland anderen Industrieländern deutlich hinterher. In vielen Bereichen gilt die Bundesrepublik als Technologieführer, aber bei digitaler Infrastruktur sieht’s eher mittelmäßig aus.

Vergleich mit internationalen Standards

Südkorea hat eine Glasfaser-Abdeckung von über 95 Prozent. Auch Japan liegt mit 99 Prozent der Haushalte, die schnelles Internet haben, ganz vorn.

In Europa ziehen Länder wie Portugal, Schweden oder Spanien an Deutschland vorbei. Die haben ihre Digitalisierung viel früher vorangetrieben.

Portugal knackte schon 2023 die 80-Prozent-Marke bei Glasfaser-Anschlüssen. Deutschland dümpelt bei 43,2 Prozent Ausbauquote herum.

Nur 22,8 Prozent der deutschen Haushalte nutzen tatsächlich einen Glasfaseranschluss. Im Schnitt surfen wir mit 50 Mbit/s, während Singapur locker über 200 Mbit/s schafft.

Selbst Länder in Asien und Afrika investieren inzwischen massiv in Glasfaser. Ruanda hat in manchen Regionen schon eine bessere Infrastruktur als viele Gegenden in Deutschland.

Regionale Unterschiede innerhalb Deutschlands

Bayern liegt mit 34 Prozent Glasfaser-Ausbauquote ziemlich weit hinten. In Ostdeutschland, etwa Sachsen-Anhalt, sieht’s besser aus.

Die Stadt-Land-Unterschiede sind enorm. In Großstädten wie Hamburg oder Berlin gibt’s meist schnelles Internet – auf dem Land dominieren oft noch Kupferleitungen.

In Regensburg sollen bis Jahresende immerhin 65 Prozent der Haushalte Glasfaser bekommen.

Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sind beim Ausbau vorne. Dort schaffen regionale Netzbetreiber Ausbauquoten von mehr als 60 Prozent.

Die Unterschiede kommen durch verschiedene Förderstrategien der Bundesländer zustande. Manche setzen auf private Investoren, andere auf staatliche Programme.

Auswirkungen für Bürger und Unternehmen

Homeoffice wird ohne schnelles Internet zum echten Problem. Videokonferenzen stocken, Downloads dauern ewig.

Ihre Produktivität leidet darunter.

Unternehmen verlieren an Wettbewerbsfähigkeit. Cloud-Services laufen langsam, digitale Geschäftsmodelle scheitern oft schon an der Infrastruktur.

Start-ups ziehen lieber in Länder mit besserem Internet.

Auch Ihre Lebensqualität leidet. Streaming-Dienste ruckeln, Online-Shopping zieht sich. Besonders auf dem Land fühlt man sich digital abgehängt.

Die Immobilienpreise hängen immer öfter von der Internetversorgung ab. Häuser ohne Glasfaser verlieren an Wert.

Junge Familien meiden Regionen mit schlechter Verbindung.

Schulen kämpfen mit veralteter Technik. Ihre Kinder können beim digitalen Unterricht nicht mithalten.

Deutschland droht, den Anschluss an die globale Digitalisierung zu verlieren.

Historische und strukturelle Ursachen der Glasfaser-Wüste

Ländliche Landschaft mit alten Telefonmasten und unvollständiger Glasfaserinstallation, die begrenzte Internetverbindung symbolisiert.

Deutschlands Glasfaser-Rückstand hat seine Wurzeln in den 1980er Jahren. Politische Weichenstellungen und verpasste Chancen bei der Digitalisierung haben das Land in eine Sackgasse geführt.

Rolle der Bundespost und Fernmeldemonopole

Die Deutsche Bundespost kontrollierte bis in die 1990er das Fernmeldenetz. Dieses Monopol blockierte Innovation und Wettbewerb im Telekommunikationssektor.

Schon 1981 gab es einen konkreten Plan zum Glasfaser-Ausbau. Die Technik war da, Deutschland hätte Vorreiter sein können.

Doch nach dem Regierungswechsel 1982 änderten sich die Prioritäten.

Das Fernmeldemonopol der Bundespost brachte einige Probleme:

  • Keine Konkurrenz, also wenig Innovation
  • Bürokratie bremste Modernisierung
  • Profitable Kupfernetze blieben erhalten

Auch nach der Privatisierung der Telekom behielt sie die „letzte Meile“ – also die Leitung vom Verteilerkasten bis zum Hausanschluss.

Industriepolitik und Telekommunikationssektor

1982 entschied sich Helmut Kohls Regierung für eine bestimmte Industriepolitik. Glasfaser wurde nicht weiter ausgebaut, stattdessen setzte man auf Kupfer-TV-Kabel.

Der Grund? Medienpolitisch: Kohl wollte private Fernsehsender stärken, um ein Gegengewicht zu den Öffentlich-Rechtlichen zu schaffen.

TV-Kabel aus Kupfer waren damals günstiger als Glasfaser.

Diese Entscheidung hatte Folgen:

Glasfaser-Plan 1981Kupfer-Strategie ab 1982
Zukunftsorientierte TechnologieBillige Übergangslösung
Langfristige InvestitionSchneller TV-Ausbau
TechnologieführerschaftMedienpolitische Ziele

Die Telekommunikation wurde der Rundfunkpolitik untergeordnet. Damit verbaute sich Deutschland den Weg zur digitalen Zukunft.

Verpasste Chancen in der Digitalisierung

Mit dem Aufkommen von Datenverarbeitung und Internet verschärften sich die Probleme. Andere Länder wie Schweden, Spanien und Portugal investierten früh in Glasfaser.

Deutschland hielt am alten Kupfer fest.

Die Telekom als Aktiengesellschaft hat kaum Interesse am schnellen Glasfaser-Ausbau. Kupfernetze sind längst abgeschrieben und werfen noch immer Gewinn ab.

Warum sollte ein Unternehmen freiwillig seine Einnahmequelle aufgeben?

Das Vectoring-Verfahren macht’s noch schlimmer. Diese Technik verlangt die Kontrolle über die letzte Meile durch einen Anbieter.

Konkurrenten müssen den Zugang teuer mieten.

Deutsche Verbraucher zahlen heute überdurchschnittlich viel pro Dateneinheit. Gleichzeitig bekommen sie viel langsamere Geschwindigkeiten als Nutzer in anderen Industrieländern.

Gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen des Internet-Rückstands

Langsames Internet bremst nicht nur Ihren Netflix-Stream. Es hat massive Folgen für Deutschlands Zukunft.

Von verpassten Karrierechancen bis zu wachsenden sozialen Unterschieden – der digitale Rückstand kostet Sie täglich Nerven und Geld.

Einfluss auf den Alltag und den Arbeitsmarkt

Ihr Arbeitsplatz wird durch schlechtes Internet schnell zum Frustfaktor. Videokonferenzen brechen ab, Cloud-Anwendungen laden ewig.

Homeoffice? Oft unmöglich, vor allem auf dem Land.

Arbeitgeber finden schwer Fachkräfte. Unternehmen können digitale Geschäftsmodelle nicht umsetzen oder siedeln sich gar nicht erst in Regionen mit schlechter Infrastruktur an.

Das trifft besonders kleinere Gemeinden.

Der Arbeitsmarkt verändert sich rasant. Neue Jobs entstehen vor allem im Digitalbereich.

Ohne schnelles Internet haben Sie kaum Zugang zu:

  • Online-Weiterbildungen
  • Digitalen Bewerbungen
  • Remote-Jobs
  • Start-up-Ökosystemen

Ihr Alltag wird komplizierter. Viele Behördengänge bleiben analog, Online-Shopping dauert ewig, digitale Bildung für Ihre Kinder klappt nicht.

Hemmschuh für Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit

Deutschlands soziale Marktwirtschaft verliert den Anschluss an digitale Märkte. Während andere Länder KI-Anwendungen und IoT-Lösungen pushen, kämpfen wir hier noch mit lahmer Konnektivität.

Innovative Unternehmen wandern ab oder entstehen erst gar nicht. Silicon Valley lebt von perfekter digitaler Infrastruktur – das deutsche Pendant bleibt Wunschdenken.

Besonders betroffen sind:

BereichAuswirkung
Start-upsKapital fließt ins Ausland
ForschungInternationale Kooperationen werden schwieriger
Industrie 4.0Produktionsmodernisierung verzögert sich

Die Architektur moderner Geschäftsmodelle braucht Echtzeitdaten und Cloud-Lösungen. Ohne Glasfaser bleiben deutsche Unternehmen auf veralteter Technik sitzen.

Das kostet Marktanteile – und Arbeitsplätze.

Soziale Disparitäten und digitale Teilhabe

Die digitale Spaltung verschärft die soziale Ungleichheit in Deutschland. In Großstädten klappt die Anbindung oft, aber auf dem Land sieht’s ganz anders aus.

Je nach Wohnort haben Menschen völlig unterschiedliche Chancen auf digitale Teilhabe.

Bildungschancen hängen immer mehr am Internetanschluss. Kinder brauchen heute schnelles Netz für:

  • Online-Unterricht und E-Learning
  • Digitale Schulbücher und Lernplattformen
  • Bewerbungen an Universitäten
  • Zugriff auf Wissensdatenbanken

Ältere Menschen trifft die Ausgrenzung besonders hart. Ohne digitale Kompetenzen und stabile Verbindung entgehen ihnen wichtige Entwicklungen bei Gesundheit, Bankgeschäften oder sozialen Kontakten.

Die Kluft zwischen Arbeitnehmern mit und ohne schnelles Internet wächst weiter. Wer in schlecht angebundenen Regionen lebt, bekommt schlechtere Karrierechancen und verdient oft weniger.

Das treibt viele Leute in die Städte und schwächt ganze Landstriche.

Lösungsansätze und zukünftige Perspektiven

Deutschland muss mehr private Investitionen anziehen, Bürokratie abbauen und auf neue Technologien setzen, um beim Glasfaserausbau aufzuholen.

Die Politik sollte Anreize schaffen. Unternehmen müssen ihre Strategien hinterfragen.

Investitionen und Infrastrukturprojekte

Aktuell klafft eine Investitionslücke von mehreren Milliarden Euro beim Glasfaserausbau. Gestiegene Zinsen und hohe Baukosten machen viele Projekte unrentabel.

Open Access-Modelle könnten helfen. Hier teilen sich mehrere Anbieter die Netzinfrastruktur, senken so die Kosten und erhöhen die Auslastung.

Etablierte Unternehmen wie die Deutsche Telekom gehen bereits solche Kooperationen an.

Private Investoren schrecken wegen unsicherer Renditen zurück. Staatliche Bürgschaften und Risikokapital könnten das Risiko abfedern.

Einige Bundesländer haben schon eigene Förderprogramme gestartet.

Die Tiefbaukosten verschlingen rund 70 Prozent der Gesamtkosten. Gemeinsame Grabungen mit anderen Infrastrukturprojekten könnten diese Kosten halbieren.

Gas-, Wasser- und Stromversorger sollten ihre Bauprojekte besser abstimmen.

Politische Maßnahmen und Regulierungsbedarf

Genehmigungsverfahren ziehen sich oft monatelang und kosten viel Geld. Politik und Verwaltung müssen die Abläufe vereinfachen.

Kleine Projekte unter 500 Metern sollten eigentlich keine Genehmigung mehr brauchen.

Eine bundesweite Arbeitsgruppe koordiniert schon die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. Sie muss aber schneller werden und einheitliche Standards setzen.

Vertragsstrafen für blockierte Ausbaugebiete könnten den Wettbewerb ankurbeln. Wenn Unternehmen Gebiete nicht ausbauen, verlieren sie ihre Rechte.

MaßnahmeZeithorizontErwarteter Effekt
Genehmigungsreform6-12 Monate30% schnellere Verfahren
Open Access-Pflicht2-3 Jahre25% Kostensenkung
FörderprogrammeSofort15% mehr Investitionen

Anreize für Hauseigentümer spielen ebenfalls eine Rolle. Steuervorteile oder Zuschüsse könnten die Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen deutlich steigern.

Technologische Innovationen und digitale Bildung

Künstliche Intelligenz verändert gerade die Planung und Überwachung von Glasfaserprojekten. Sie hilft, Trassen cleverer zu legen und entdeckt Probleme oft schon frühzeitig.

Bauunternehmen nutzen KI längst für die Qualitätskontrolle. Das spart Zeit und manchmal auch Nerven.

Neue Verlegetechniken wie Micro-Trenching verkürzen die Bauzeiten um bis zu 60 Prozent. Hier fräsen Arbeiter nur schmale Schlitze in den Asphalt.

Diese Methode kostet weniger und der Verkehr bleibt meistens flüssig. Eigentlich eine ziemlich smarte Lösung, oder?

Digitale Bildung spielt eine zentrale Rolle, wenn es um die Akzeptanz geht. Viele Menschen in Deutschland wissen gar nicht so genau, was Glasfaser eigentlich bringt.

Informationskampagnen sollten mal klar machen, wie sich Glasfaser von alten Anschlüssen unterscheidet. Sonst bleibt das Thema für viele wohl ein Rätsel.

Roboter und automatisierte Systeme helfen inzwischen beim Fachkräftemangel. Sie übernehmen simple Aufgaben, zum Beispiel Kabel in Rohre zu legen.

In Bayern und Nordrhein-Westfalen laufen dazu schon die ersten Pilotprojekte. Das klingt nach Aufbruch, aber mal sehen, wie schnell das Alltag wird.

Die 5G-Integration macht Glasfaser noch unverzichtbarer. Mobilfunkmasten brauchen einfach eine schnelle Glasfaseranbindung.

Ohne einen flächendeckenden Ausbau wird das neue Mobilfunknetz am Ende nicht richtig funktionieren.

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Jonas Gasser
Jonas Gasser

Jonas arbeitet seit mehreren Jahren in der IT und spezialisiert sich auf Softwareentwicklung und Automatisierung.