Haben Sie sich schon mal gefragt, warum ehemalige Politiker im Alter so viel besser dastehen als die meisten Rentner? Damit sind Sie definitiv nicht allein.
Bundestagsabgeordnete sichern sich schon nach vier Jahren im Amt Pensionsansprüche von über 1.200 Euro monatlich. Sie zahlen dafür nicht mal einen Cent in die gesetzliche Rentenkasse ein. Das sorgt immer wieder für Diskussionen und Kopfschütteln.

Das Pensionssystem für Politiker in Deutschland läuft komplett anders als bei normalen Arbeitnehmern. Während Sie jahrzehntelang Beiträge einzahlen, bekommen Abgeordnete automatisch einen steuerfinanzierten Anspruch auf Pension.
Für jedes Jahr im Bundestag sammeln sie 2,5 Prozent ihrer letzten Diät als Pensionsanspruch. Das aktuelle Gehalt liegt bei 11.833 Euro im Monat.
In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf das System, erklären, warum die Pensionen so hoch ausfallen und welche Reformideen im Raum stehen.
Wir schauen uns auch konkrete Beispiele prominenter Politiker und ihre Ansprüche an – oft weit mehr, als normale Arbeitnehmer je erreichen können.
Politikerpensionen im Überblick: System, Anspruch und Höhe

Die Altersversorgung für Bundestagsabgeordnete funktioniert komplett anders als die gesetzliche Rente oder Beamtenpensionen. Politiker zahlen nichts ein und bekommen schon nach einem Jahr im Bundestag Pensionsansprüche.
Was ist die Altersentschädigung für Abgeordnete?
Die Altersentschädigung ist das offizielle Rentensystem für Bundestagsabgeordnete. Sie soll die Unabhängigkeit der Politiker sichern und fehlende Altersvorsorge ausgleichen.
Während ihrer Zeit im Bundestag zahlen Abgeordnete keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Die Mandatszeit zählt auch nicht als Dienstzeit für Beamtenpensionen.
Deshalb bekommen sie eine separate staatliche Altersversorgung.
Das Bundesverfassungsgericht hat dieses System schon 1971 und 1975 bestätigt. Die Altersentschädigung gilt als Teil der verfassungsrechtlich garantierten Abgeordnetenentschädigung.
Wie werden Politikerpensionen berechnet?
Das Berechnungssystem wirkt fast schon simpel. Nach einem Jahr im Bundestag sichern Sie sich bereits Ansprüche auf Altersentschädigung.
So läuft die Berechnung:
- Erstes Jahr: 2,5% der aktuellen Abgeordnetenentschädigung
- Jedes weitere Jahr: nochmal 2,5% dazu
- Höchstsatz: 65% nach 26 Jahren im Bundestag
Bei einer Abgeordnetendiät von etwa 10.300 Euro im Monat bedeutet das: Nach vier Jahren bekommen Sie 10% der Diät als Pension, also etwa 1.030 Euro monatlich.
Unterschiede zu Beamtenpensionen und gesetzlichen Renten
Die Unterschiede sind wirklich enorm. Normale Rentner müssen 45 Jahre arbeiten und einzahlen, um eine Vollrente zu bekommen.
Politiker sichern sich ohne eigene Beiträge schon nach wenigen Jahren hohe Pensionsansprüche.
Beamte zahlen zwar auch keine Beiträge, müssen aber mindestens fünf Jahre arbeiten, um Pensionsansprüche zu haben. Politikern reicht schon ein Jahr Mandatszeit.
Der Staat finanziert die Politikerpensionen direkt aus dem Haushalt. Während gesetzliche Renten durch Beitragszahler gedeckt werden, übernimmt der Staat sämtliche Kosten für die Pensionen der Abgeordneten.
Anspruchsbedingungen und Höchstsätze
Die Altersentschädigung gibt es ab dem 67. Lebensjahr – wie bei der gesetzlichen Rente. Die Mindestmandatszeit: nur ein Jahr.
Wichtige Eckdaten:
- Mindesteintrittsalter: 67 Jahre
- Mindestmandatszeit: 1 Jahr
- Höchstpension: 65% der Abgeordnetenentschädigung
- Erreicht nach: 26 Jahren Mandatszeit
Nur wenige Politiker erreichen den Höchstsatz, weil die meisten zwei bis drei Wahlperioden im Bundestag sitzen. Aber selbst kurze Mandatszeiten bringen schon beachtliche Ansprüche, verglichen mit normalen Renten.
Vergleich: Politikerpensionen vs. Durchschnittsrenten

Bundestagsabgeordnete bekommen im Alter deutlich mehr Geld als normale Rentner, obwohl sie keinen Cent in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Die Unterschiede sind wirklich krass und zeigen die Privilegien im politischen System.
Wie viel bekommen Abgeordnete im Vergleich zu normalen Rentnern?
Ein Bundestagsabgeordneter erhält schon nach vier Jahren im Parlament eine Grundversorgung von etwa 254 Euro monatlich. Nach 23 Jahren Mandatszeit erreicht die Pension den Höchstsatz von 65 Prozent der Diäten.
Bei einer aktuellen Diät von rund 10.600 Euro bedeutet das eine maximale Pension von etwa 6.900 Euro monatlich. Schon nach acht Jahren können Abgeordnete mit ungefähr 1.000 Euro Pension rechnen.
Im Vergleich dazu liegt die durchschnittliche gesetzliche Rente bei etwa 1.500 Euro. Männer bekommen im Schnitt 1.373 Euro, Frauen sogar nur 832 Euro. Über die Hälfte aller Rentner kommt mit weniger als 1.500 Euro im Monat aus.
Wenn man die Gesamtbezüge über 15 Jahre betrachtet, wird der Unterschied noch größer. Während ein normaler Rentner etwa 269.000 Euro bekommt, kassiert ein Ex-Politiker oft mehr als das Doppelte.
Warum zahlen Abgeordnete nicht in die gesetzliche Rentenversicherung?
Bundestagsabgeordnete sind vom gesetzlichen Rentensystem ausgenommen und zahlen keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Ihre Altersversorgung finanziert der Staat komplett aus Steuergeldern.
Das Argument dafür: Abgeordnete haben keine Jobgarantie, Wahlen können das Mandat jederzeit beenden. Deshalb gibt es ein eigenes Versorgungssystem, das diese Unsicherheit ausgleichen soll.
Interessanterweise fordern sogar die Grünen öffentlich, dass Abgeordnete in die gesetzliche Rente einzahlen sollten. In der Realität passiert aber nichts. Die Umsetzung wird immer wieder aufgeschoben.
Normale Arbeitnehmer müssen mindestens 33 Jahre einzahlen, um überhaupt Anspruch auf eine Grundrente von maximal 460 Euro zu bekommen. Abgeordnete brauchen nur eine Legislaturperiode für lebenslange Ansprüche.
Das durchschnittliche Rentenniveau im Vergleich
Das Rentenniveau der gesetzlichen Rente liegt bei nur 48,15 Prozent des Durchschnittseinkommens. Also gibt’s weniger als die Hälfte des früheren Gehalts als Rente.
Beamte kommen auf durchschnittlich 65,6 Prozent ihres letzten Gehalts. Berufssoldaten erreichen sogar 69,8 Prozent. Der maximale Beamten-Satz liegt bei 71,75 Prozent.
Politiker orientieren sich am Beamtensystem. Sie können bis zu 65 Prozent ihrer Diäten als Pension bekommen. Das ist mehr als das 1,3-fache des normalen Rentenniveaus.
Ein weiterer Unterschied: Beamte haben Anspruch auf eine Mindestversorgung von 1.866 Euro monatlich nach nur fünf Jahren Wartezeit. Normale Rentner müssen viel länger arbeiten und bekommen trotzdem oft weniger.
Regionale Unterschiede und Sonderregelungen
Die Versorgungswerke für Politiker laufen auf Bundes- und Landesebene unterschiedlich. Landtagsabgeordnete haben oft andere Regeln als Bundestagsabgeordnete.
In Bayern können ehemalige Ministerpräsidenten besonders hohe Pensionen kassieren. Die Gesamtkosten für Politiker-Pensionen stiegen 2023 auf 221,4 Millionen Euro – ein Plus von 8,5 Prozent.
Ein echtes Problem: Politiker dürfen ihre Pensionsansprüche oft zwischen verschiedenen Ämtern kombinieren. Wer nach dem Bundestag noch Bürgermeister wird, sammelt weiter Ansprüche.
Das normale Rentensystem kennt solche Privilegien nicht. Jeder eingezahlte Euro und jedes Beitragsjahr zählt einzeln. Unterbrechungen führen zu geringeren Renten, während Politiker ihre Ansprüche auch nach Wahlniederlagen behalten.
Kritik, Reformvorschläge und politische Debatte
Die Debatte um Politikerpensionen sorgt regelmäßig für Zündstoff. Steuerzahlerverbände, Experten und Parteien diskutieren verschiedene Reformideen, gerade jetzt vor der Bundestagswahl.
Kritik vom Bund der Steuerzahler und Experten
Der Bund der Steuerzahler kritisiert die privilegierte Altersversorgung der Politiker schon seit Jahren. Präsident Reiner Holznagel fordert immer wieder Reformen.
Experten wie Martin Werding vom Sachverständigenrat schlagen einige Änderungen vor:
- Neue Abgeordnete sollen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen
- Ergänzung durch eine Betriebsrente statt Vollpension
- Getrennte Kassen, um die öffentlichen Haushalte zu entlasten
Die Kritik zielt besonders auf die hohen Pensionen ohne echte Einzahlungen. Viele halten das System für unfair gegenüber normalen Rentnern.
Werding hebt außerdem die langfristige Belastung für die öffentlichen Kassen hervor. Die steigende Zahl der Pensionsansprüche wird zum echten Problem.
Parteienmeinungen und aktuelle Reformansätze
Die Parteien sind sich bei der Pensionsreform nicht einig. CDU und FDP halten sich traditionell zurück, wenn es um grundlegende Änderungen geht.
Christian Lindner und die FDP haben bisher keine konkreten Pläne für eine Reform der Politikerpensionen präsentiert. Sie setzen eher auf allgemeine Rententhemen.
Die Grünen fordern, dass Beamte und Politiker in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen sollen. Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht unterstützt diese Forderung.
Olaf Scholz und die SPD haben sich bislang nicht klar zu Politikerpensionsreformen geäußert. Ihr Fokus liegt mehr auf der Stabilisierung des allgemeinen Rentensystems.
Der Sozialverband VdK spricht sich für eine einheitliche Alterssicherung für alle Berufsgruppen aus.
Argumente für und gegen die Integration ins Rentensystem
Pro-Argumente für die Integration:
- Mehr Gerechtigkeit zwischen Politikern und normalen Bürgern
- Transparenz und Berechenbarkeit des Systems
Viele finden, dass das System so gerechter wird. Außerdem lässt sich alles leichter nachvollziehen.
- Entlastung der öffentlichen Haushalte
- Gleichstellung aller Berufsgruppen
So würden alle Berufsgruppen endlich gleich behandelt.
Contra-Argumente gegen Änderungen:
- Anwerbung qualifizierter Kandidaten könnte schwieriger werden
- Bereits erworbene Ansprüche müssen geschützt bleiben
Manche sagen, dass gute Leute dann vielleicht gar nicht mehr in die Politik wollen. Und klar, bestehende Ansprüche darf man nicht einfach streichen.
- Komplexe Übergangsregelungen notwendig
- Mögliche verfassungsrechtliche Probleme
Der Übergang wäre ziemlich kompliziert. Manche Juristen sehen auch rechtliche Hürden.
Befürworter meinen, eine Reform könnte das Vertrauen in die Politik verbessern. Kritiker sehen aber die Gefahr, dass weniger qualifizierte Kandidaten kommen.
Die Diskussion zeigt, wie weit öffentliche Meinung und politische Praxis manchmal auseinanderliegen.
Bekannte Beispiele und prominente Stimmen
Ehemalige Regierungsmitglieder bekommen oft hohe Pensionen. Das sorgt immer wieder für Diskussionen in der Öffentlichkeit.
Solche Fälle zeigen, wie groß der Unterschied zu normalen Renten wirklich ist.
Der Alterssicherungsbericht 2024 bringt es auf den Punkt: Bundesbeamte bekommen im Schnitt 3.480 Euro brutto pro Monat. Wer gesetzlich versichert ist, erhält im Durchschnitt nur 1.093 Euro netto.
Kurz vor der Bundestagswahl werden die Forderungen nach Reformen lauter. Interessengruppen nutzen die Zeit, um ihre Themen zu platzieren.
Viele Menschen sind mittlerweile skeptisch, was die aktuelle Rentenpolitik angeht. Besonders die „Haltelinie“ bei Pensionen steht immer wieder in der Kritik.
Experten sprechen von einer drohenden „Kostenexplosion“ bei den Versorgungsausgaben. Die alternde Gesellschaft verschärft das Problem.
Zusätzliche Leistungen und Privilegien für Parlamentarier
Parlamentarier bekommen neben der Pension noch weitere Vorteile. Normale Arbeitnehmer gehen da meistens leer aus.
Das betrifft zum Beispiel Übergangsgeld nach dem Ausscheiden und einige Sonderrechte.
Übergangsgeld nach Amtszeit
Wenn Abgeordnete das Parlament verlassen, bekommen sie für eine Weile Übergangsgeld. Es soll ihnen den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern.
Wie viel Geld es gibt, hängt von der Dauer der Amtszeit ab. Wer vier Jahre im Bundestag war, bekommt mehrere Monate lang das volle Gehalt weiter.
Im Moment sind das stolze 11.227 Euro im Monat.
Selbstständige oder normale Arbeitnehmer haben diesen Schutz nicht. Verlieren sie ihren Job, bleibt oft nur das Arbeitslosengeld.
Das liegt deutlich unter dem vorherigen Gehalt.
Sonderrechte gegenüber Selbstständigen und Arbeitnehmern
Parlamentarier zahlen keine Rentenbeiträge. Trotzdem bekommen sie später eine Pension vom Staat.
Wer normal angestellt ist, muss 45 Jahre einzahlen, um eine volle Rente zu bekommen.
Die Pensionsansprüche steigen jedes Jahr im Amt um 2,5 Prozent. Maximal gibt es 65 Prozent vom letzten Einkommen.
Beamte haben ähnliche Vorteile, aber sie zahlen zumindest Pensionsbeiträge.
Selbstständige müssen komplett privat vorsorgen. Sie tragen das volle Risiko allein.
Arbeitnehmer bekommen oft nur die Grundrente. Die liegt deutlich unter den Politiker-Pensionen.
Finanzierung und Kosten für den Steuerzahler
Die Kosten für Abgeordneten-Pensionen steigen jedes Jahr weiter. 2024 zahlen die Steuerzahler dafür mehr als 220 Millionen Euro jährlich.
Bund und Länder geben zusammen rund 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro pro Jahr für alle Leistungen an Abgeordnete aus. Dazu gehören Gehälter, Pensionen und verschiedene Zusatzleistungen.
Bayern zahlt ehemaligen Parlamentariern die höchsten Pensionen. Im Durchschnitt bekommen sie dort 4.670 Euro pro Monat.
Rheinland-Pfalz liegt mit 3.659 Euro monatlich knapp dahinter. Diese Summen liegen deutlich über der durchschnittlichen Rente in Deutschland—das fällt schon auf, oder?




